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07.06.2026

Wie Ihr nächstes Software-Projekt garantiert scheitert

Software-Projekte scheitern jeden Tag, zuverlässig und in großer Zahl. Falls Sie unbedingt dabei sein wollen, habe ich gute Nachrichten: Es ist gar nicht schwer. Halten Sie sich einfach an die folgenden Ratschläge, und Ihr Projekt fährt mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen die Wand.

Wie Ihr nächstes Software-Projekt garantiert scheitert

Rezept 1: Wissen Sie bloß nicht, was Sie wollen

Am besten starten Sie ganz ohne Ziel. „Irgendwas mit Digitalisierung” reicht völlig. Auf die Frage, was die Software können soll, antworten Sie: „Das werden wir schon sehen.” So bleibt alles offen, niemand kann etwas falsch machen – und niemand etwas richtig.

Rezept 2: Nehmen Sie sich keine Zeit

Sie sind beschäftigt, das Tagesgeschäft ruft. Überlassen Sie das Projekt also ganz dem Entwickler. Fragen beantworten Sie nicht, Zwischenstände schauen Sie sich nicht an, zum Testen kommen Sie nie. Wenn am Ende etwas anderes herauskommt, als Sie sich vage vorgestellt hatten, ist das selbstverständlich seine Schuld.

Rezept 3: Sparen Sie vor allem am Geld

Nehmen Sie das billigste Angebot, egal von wem. Erfahrung, Qualität, Erreichbarkeit – Nebensache. Und wenn unterwegs neue Wünsche auftauchen (die tauchen immer auf), bestehen Sie darauf, dass die im Festpreis doch wohl enthalten sein müssten.

Rezept 4: Behalten Sie Ihr Wissen für sich

Niemand kennt Ihr Geschäft so gut wie Sie. Ein Grund mehr, dieses Wissen für sich zu behalten. Die Eigenheiten Ihrer Branche, Ihre Ausnahmen und Sonderfälle wird der Entwickler schon erraten. Tut er es nicht, war er eben nicht gut genug.

Rezept 5: Ändern Sie ständig die Richtung

Heute soll die Software dies, morgen das. Was letzte Woche vereinbart war, sehen Sie diese Woche anders. Halten Sie alle in Bewegung – ein Ziel, das ständig wandert, erreicht garantiert niemand.

Was erfolgreiche Projekte stattdessen brauchen

Genug der Ironie. Hinter jedem dieser Ratschläge steckt eine ernste Wahrheit. Ein Software-Projekt ist kein Kauf, sondern eine gemeinsame Unternehmung. Es gelingt nur, wenn beide Seiten etwas einbringen – und zwar drei Dinge.

Zeit. Nicht viel, aber regelmäßig. Sie müssen Fragen beantworten, Zwischenstände ansehen, testen. Eine Software entsteht im Gespräch, nicht im stillen Kämmerlein.

Geld. Gute Arbeit kostet. Das günstigste Angebot wird am Ende oft das teuerste – weil Sie zweimal zahlen: einmal für die schlechte Lösung, einmal für die richtige.

Wissen. Ihres. Niemand kennt Ihre Abläufe, Ihre Sonderfälle und Ihre Kunden besser als Sie. Dieses Wissen ist der eigentliche Rohstoff. Ohne es baut auch der beste Entwickler an Ihrem Bedarf vorbei.

Und wenn Sie nichts davon einbringen wollen?

Das ist völlig in Ordnung – dann ist Individualsoftware nur nicht der richtige Weg. Wer weder Zeit noch Geld noch eigenes Wissen beisteuern möchte, kauft besser eine fertige Standard- oder Branchensoftware. Die passt dann vielleicht zu 70 Prozent, läuft aber sofort und verlangt Ihnen wenig ab. Eine ehrliche Rechnung, die für viele Betriebe genau die richtige ist (mehr dazu in meinem Beitrag zur Software-Beschaffung).

Bringen Sie dagegen Zeit, ein faires Budget und Ihr Wissen mit, entsteht etwas, das zu 100 Prozent zu Ihnen passt. Und scheitern? Scheitern können wir dann immer noch – aber wir müssen nicht.

Lieber gleich richtig anfangen?

Sie haben ein Projekt vor und wollen es solide angehen? Sprechen Sie mich an. Über realistische Erwartungen reden wir schon im Erstgespräch – kostenlos und ehrlich.

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